Max Coga tritt am 07. Juni 2018 im Federgewichtsturnier der Professional Fighters League in New York an. Er trifft in seinem ersten Kampf auf den Russen Timur Valiev und hofft dem Preisgeld von einer Million Dollar näherzukommen. Wir haben ihn während der Vorbereitung im MMA Spirit in Frankfurt besucht und mit ihm ausführlich über den Kampf und die PFL gesprochen. (P. S.)

MMAblog: Max, erinnerst du dich daran, als du das erste Mal von der Professional Fighters League und ihrem Turniermodus mit einer Million Dollar Preisgeld gehört hast? Wie war deine erste Reaktion?

Max: Als ich das erste Mal davon gehört habe und von der gigantischen Summe, um die es da geht, ist das ein riesen Ansporn für mich gewesen. Das ist im Grunde genommen auch das, was ich will: Ich will um großes Geld und auf einer großen Bühne kämpfen. Das hat mich schon heiß gemacht! (lacht)

MMAblog: Was war für dich letztendlich ausschlaggebend bei der PFL zu unterschreiben?

Max: Das, was mir sehr sehr gut gefallen hat, ist der Fakt, dass man in einem ganz klaren Zeitraum weiß, wann man was gewinnen kann. Man weiß, wenn ich bis zum Ende des Jahres alle Kämpfe gewonnen habe, dann habe ich diese Summe und den Titel der PFL gesichert. Man tappt dabei nicht im Dunkeln wie in anderen Organisationen, bei denen man manchmal nicht weiß, was der nächste Schritt ist. Das hat mir am besten gefallen.

MMAblog: Dein Kampf am 07. Juni wird in New York City im Madison Square Garden stattfinden, einem geschichtsträchtigen Veranstaltungsort. Macht der Veranstaltungsort für dich einen Unterschied?

Max: Ich muss ganz ehrlich sagen, als ich zu Beginn gehört habe, dass es im MSG in New York stattfindet, war das schon ein kleiner Kick. Aber im Grunde genommen zählt für mich nur, dass ich diesen Kampf und die nächsten Kämpfe gewinne. Es schmückt das Ganze natürlich, dass es im MSG ist, aber es macht in dem Sinne keinen so großen Unterschied. Ich bin auf meinen Gegner fixiert und das ist alles, was zählt.

MMAblog: Gutes Stichwort! Dein Gegner Timur Valiev stammt aus Dagestan, eine Region, die bekannt dafür ist, viele gute Ringer hervorzubringen. Trotzdem scheint Valiev eher ein Standkämpfer zu sein. Wo siehst du deine Chancen am größten, den Kampf zu gewinnen: im Stand oder am Boden?

Max: Valiev ist ein sehr variabler Kämpfer. Er sucht gerne das Striking, er baut den Cage sehr gut mit ein, dieser typische Frankie-Egdar-Stil: schnelle Transitions zwischen den Kampfdistanzen. Dennoch bin ich mir sicher, dass ich ihn auf allen Ebenen schlagen kann. Ich bin physisch stärker als er, ich bin im Stand besser als er und wir haben mit Saba Bolaghi einen weltklasse Ringertrainer und auch Trainingspartner für mich. Ich respektiere alles, was Valiev gut kann und bin achtsam, aber ich habe keine Angst in einen Bereich zu kommen, der mir Probleme macht. […]

MMAblog: Du hast selbst schon erwähnt, dass du Valiev wahrscheinlich körperlich überlegen sein wirst, da er bisher immer eine Gewichtsklasse unter dir gekämpft hat und etwas kleiner ist. Fließt das in deine Strategie mit ein?

Max: Selbstverständlich! Der Kräfte- und der Reichweitenvorteil liegt auf meiner Seite und ich weiß, wie ich den einsetzen kann. Das wird auf jeden Fall spürbar für ihn werden. Hundertprozentig!

MMAblog: Gehst du mit einer bestimmten Strategie in den Kampf oder lässt du dich eher vom Augenblick leiten und reagierst auf deinen Gegner?

Max: Prinzipiell ist es so, dass in einem Kampf alles passieren kann. Ich werde versuchen viel Druck zu machen. Das steht im Vordergrund und ich werde ihn spüren lassen, dass ich der Stärkere im Käfig bin.

MMAblog: Valiev trainiert inzwischen mit Frankie Edgar. Was erwartest du seinerseits für eine Strategie?

Max: Stilistisch wird es bestimmt recht ähnlich wie Frankie Edgar sein: Striking und Takedowns. Er wird versuchen mir sein Ding aufzuzwängen, aber wir haben ein smartes Team und smarte Coaches. […] Er wird uns nicht überraschen können. Wir gehen nicht einfach planlos in so ein Turnier rein. Gerade in einem Turnier muss man schlau kämpfen und taktieren.

MMAblog: Mit einem guten Abschneiden im Turnier empfiehlst du dich vielleicht für die UFC. Ist das in deinem Hinterkopf präsent?

Max: Wie ich schon sagte, bin ich mit dem Format der PFL sehr zufrieden und ich denke überhaupt nicht an irgendeine andere Organisation. Ich konzentriere mich ausschließlich auf die PFL und nichts anderes spielt eine Rolle, außer den Titel zu gewinnen und das Geld zu gewinnen. Alles andere ist ausgeblendet. […]

MMAblog: Nasrat Haqparast hat in einem Interview gesagt: „Wer in Deutschland trainiert, ist im Nachteil.“ Wie siehst du das?

Max: Ich sehe das komplett anders. Jeder hat seine Sichtweise, was das Training angeht. Ich habe ein sehr starkes Team, weltklasse Coaches und ich bin mir sicher, dass dieses Team und diese Coaches mich an meine persönliche Spitze treiben können. Das kann kein fremdes Team leisten. Wenn ich irgendwo ein Trainingscamp mache, was interessiert es den Trainer dort, wie gut ich abschneide. Der hat keinen persönlichen Bezug zu mir und kennt mich auch menschlich nicht. Hier ist das anders. Wir trainieren hier seit Jahren unter besten Bedingungen. Es ist mal okay, wenn man woanders trainiert und andere Trainingspartner spürt. Ich habe schon in den USA trainiert und in Brasilien und ich muss sagen, ich bin hier am besten aufgehoben. Ich will nirgendwo anders meine Vorbereitung machen wie hier im MMA Spirit. […] Deswegen kann ich persönlich dem, was Nasrat gesagt hat, nicht zustimmen.

MMAblog: Du hast ja mit Daniel Weichel auch einen sehr erfahrenen und guten Trainingspartner. Wie würdest du seinen Anteil an deiner Vorbereitung für die PFL beschreiben?

Max: Daniel ist ein weltklasse Kämpfer auf allen Ebenen. Er ist stark im Ringen, stark am Boden und stark im Stand. Er hat unheimlich viel Erfahrung und wir trainieren seit Jahren zusammen. Er ist einer der Wenigen, die mich an meine Grenze bringen können. Wir haben auch regelmäßig Leute aus dem Ausland, die bei uns trainieren und daran können wir auch immer wieder feststellen, wie stark wir wirklich sind.

MMAblog: Vielen Dank für deine Zeit und viel Erfolg in der PFL. Die letzten Worte gehören natürlich dir.

Max: Vielen Dank! Ich möchte mich bei meinem ganzen Team vom MMA Spirit und meinen Sponsoren Okami Fight Gear und Olimp Nutrition für die Unterstützung bedanken.