Firas Zahabi, seines Zeichens Trainer von George St-Pierre, Rory McDonald und auch Nasrat Haqparast, hatte eine klare Antwort auf die Frage, was er in Nasrat sieht: einen zukünftigen Weltmeister. Ein kleines Schmunzeln danach verriet zwar, dass man seine Aussage nicht auf die Goldwage legen sollte, trotzdem zeigt es, wie viel er von seinem Schützling hält.

Es macht den Eindruck, als ob Zahabi und Nasrat eine enge Verbindung zueinander aufgebaut haben.  Auf die Frage, ob Zahabi sich an die erste Begegnung mit Nasrat erinnern könne, antwortete er ohne zu zögern:

„Nasrat und ich sind sofort super miteinander ausgekommen. Es hat einfach klick gemacht. Er kam mit seinem Bruder und ich kann dir sagen, diese Jungs sind die nettesten Kerle. Sie sind dankbar, auf dem Boden geblieben und einfach unglaublich freundlich.“

Zahabi schien aber nicht nur von Nasrats Persönlichkeit schnell überzeugt gewesen zu sein, auch seine Fähigkeiten schätze er von Beginn an hoch ein.

„Er hat unglaubliches Talent und ist technisch bewandert und jetzt braucht er noch die Erfahrung. Nach dem Kampf sagte ich seinem Bruder, dass ich froh gewesen sei, dass er über drei Runden gehen musste. Warum? Weil es eine wichtige Erfahrung ist! Er wäre toll gewesen, wenn er den Kampf vorzeitig beendet hätte, aber so war es auch gut, denn eines Tages wird er in einem harten Kampf über fünf Runden sein. Zwei Runden mehr werden ihm dann nicht so viel erscheinen. Diese Kampferfahrung im Octagon bekommt man einfach nicht anders und ich bin froh, dass er es gegen einen erfahrenen Gegner von Weltformat durchgestanden hat.“

Während des Interviews witzelte Nasrats Team immer wieder darüber, dass Nasrat der Kelvin Gastelum des Leichtgewichts sei. Tatsächlich sehen sich die beiden Kämpfer ähnlich, aber es lassen sich auch andere Paralellen ziehen wie zum Beispiel ihr Kampfstil. Ähnlich wie Gastelum versucht Nasrat im Kampf das Ruder an sich zu reißen und zu bestimmen, wo der Kampf hingeht. Er presst nach vorne und lässt seinem Gegner kaum Raum sich zu entfalten. Dabei deckt er seinen Kontrahenten mit abwechslungsreichen Kombinationen ein.

Natürlich ist es zu früh, um zu spekulieren, wo Nasrats Reise hingehen könnte. Wichtig ist, dass sein Team eine klare Vorstellung hat und er behutsam aufgebaut wird. Vielleicht wäre im nächsten Kampf ein Allrounder gut, der sowohl im Stand als auch am Boden erfahren ist, um zu sehen, was Nasrat dem entgegenzusetzen hat.