Eine der beeindruckensten Leistungen lieferte David Zawada am letzten Wochenende ab. Der Düsseldorfer, der erst eine Woche zuvor von seinem Kampf erfahren hatte, verlangte seinem Gegner Danny Roberts über drei Runden alles ab. Belohnt wurde dies durch einen Bonus von 50.000 Dollar für den Fight of the Night. Die Split Desicion ging leider an Danny Roberts.

MMAblog: Hallo David, zunächst einmal Gratulation zu deinem Fight of the Night am vergangenen Sonntag. Der Kampf war sehr unterhaltsam und hatte wirklich alles, was ein guter MMA-Kampf benötigt: harte Schlagabtäusche im Stehen, Takedowns, Submissionversuche, Sweeps am Boden. Leider hast du knapp verloren durch eine Split Decision. Wie zufrieden bist du mit deiner Leistung?

David: Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden. Natürlich wäre ich gerne als Sieger rausgegangen. Ich kämpfe nicht für Geld, sondern mir ging es um den Sieg, aber für die eine Woche, die ich Zeit hatte, mich auf den Gegner einzustellen, fand ich es super. Meine Kondition war natürlich nicht auf höchstem Niveau, aber trotzdem sah ich ein bisschen fitter aus als mein Gegner, der sich zwei Monate vorbereitet hat. Das zeigt mir, dass ich viel mehr erreichen kann in der UFC, wenn ich top vorbereitet bin. Ich bekomme auch gute Resonanz, nicht nur von meinem Team, sondern auch von neutralen Personen, dass das ein super Kampf war und dass man den Sieg auch mir hätte geben können. Ein Unentschieden wäre auch sehr gerecht gewesen. Trotzdem Gratulation an Danny, es war ein tolles Debut und es hat enorm viel Spaß gemacht.

MMABblog: Dass du die zweite Runde gewonnen steht außer Frage. Alle drei Punkterichter haben dir diese Runde zugesprochen. Wie sieht es mit den anderen Runden aus? Bist du damit einverstanden, dass zwei Punkterichter Danny Roberts vorne gesehen haben?

David: Ich verstehe das selber nicht, manchmal zählen Submission-Versuche, manchmal nicht. Ich hatte ihn am Ende der ersten Runde in einer festen Armbar. Wenn das keine Punkte sind, weiß ich auch nicht. Zudem habe ich ihn die Hälfte der Runde im Stand dominiert. Natürlich lag er auf mir drauf und hat geschlagen, auch das sind Punkte. Aber effektive Schläge waren das nicht. Ich hab ein paar Kratzer von den Handschuhen, aber mehr nicht. Er hat das natürlich schlau gemacht, er hat seine Chancen genutzt. Wenn es über die Zeit geht, sieht es oft schlecht für mich aus. Ich bin einfach der Typ, der den Kampf vorzeitig beenden will. Aber ich bin ein fairer Verlierer, wenn ich den Kampf verloren habe, dann ist das so, auch wenn es einige anders sehen.

MMAblog: Du bist im Kampf immer wieder ein hohes Risiko eingegangen, indem du versucht hast Roberts zur Aufgabe zu zwingen und dadurch deine Position verloren hast. Hättest du das im Nachhinein anders gemacht und wärst auf Nummer sichern gegangen?

David: Also, ich hatte schon auch Respekt vor meinem Gegner, weil er ein gestandener Mann ist und sechs UFC-Kämpfe gemacht hat, wovon er vier gewonnen hat und drei davon vorzeitig. Ich wollte mich auf keine Prügelei einlassen. Aber wenn ich jetzt den Kampf im Nachhinein sehe, hatte ich die Kontrolle im Stand. Vielleicht hätte ich im Stand bessere Karten gehabt, denn viele Schläge von ihm sind ins Leere gegangen und ich habe ihn sehr gut gekontert. Aber ich wollte den Kampf vorzeitig beenden, deswegen habe ich in der letzten Runde so oft eine Guillotine oder einen Darce Choke versucht. Ich war mir unsicher, wer die ersten beiden Runden gewonnen hat.

MMAblog: Wie groß war der Druck für Dich vor heimischer Kulisse? Du hattest viele Fans im Publikum und wolltest vermutlich zeigen, dass du das Zeug für die UFC hast?!

David: Ich hatte mehr Druck Gewicht zu machen in der Woche davor. Es war schwer das zu knacken, aber dank meinem Sponsor EasyMeal habe ich das gut auf die Reihe gekriegt. Das ist ein super Catering, die meine Kalorienanzahl angepasst haben, sodass ich es schaffen konnte. Ich habe ja auch in anderen Organisationen wie KSW gekämpft und das ist ein riesiges Event mit 20.000 Zuschauern. Deswegen kenne ich das Spiel ja schon. Ich denke mir einfach, ich gehe da jetzt rein, liefere ein super Show ab und habe Spaß. Das ist mein Job, ich habe mir das ausgesucht.

MMAblog: Du bist kurzfristig eingesprungen und hattest folglich kein Trainingscamp. Wie sehr hat das deine Leistungsfähigkeit beeinflusst?

David: Auch wenn ich nicht in der Vorbereitung bin, erweitere ich mich ständig. Wir trainieren zweimal die Woche intensiv mit unserem Trainer Ivan Hippolyte, einer Muay Thai Legende. Das lasse ich mir nicht entgehen. Ich war schon in einer guten Form, aber da ich nicht wusste, dass ich in der nächsten Zeit kämpfe, habe ich nichts für meine Kondition getan. Ich habe nur für mich trainiert, um zu sehen, was ich aushalten kann. Ich habe aber inzwischen auch die Erfahrung gesammelt, wie ich meine Kondition einteilen kann. Von daher sind dreimal fünf Minuten kein Problem.

MMAblog: Du hast bei der UFC mächtig Eindruck hinterlassen. Möchtest du dieses Jahr noch einmal ins Octagon steigen und was für einen Vertrag hast du bekommen?

David: Der Vertrag geht insgesamt über vier Kämpfe. Ich würde gerne noch einmal im November oder Dezember kämpfen. Allerdings habe ich mich am Knie verletzt, dass muss jetzt erst einmal verheilen und dann kämpfen noch andere Jungs von uns. Abus Magomedov kämpft am 16.08. in den USA bei PFL und Roberto [Soldic] soll auch wieder kämpfen. Also sind die Jungs erst einmal dran.

MMAblog: Dann hoffen wir mal, dass es dieses Jahr noch klappt. Vielen Dank für das Gespräch, die letzten Worte gehören natürlich dir.

David: Ich danke dem ganzen UFD Gym, meinem Team, meinen Sparringspartnern und meinem Manager Ivan Djiakovic, der alles in die Wege geleitet hat. Außerdem danke ich meinem Bruder Martin, der immer an meiner Seite steht. Ich danke meinen Sponsoren EasyMeal, die in vielen Städten Catering liefern von Low Carb bis High Carb und auch Foodspring, die super Supplements machen. Ohne meine beiden Sponsoren EasyMeal und Foodspring könnte ich nicht meine Kraft behalten, während ich Gewicht mache. Danke nochmal für die tolle Unterstützung.