Knapp vier Stunden ist es her, da trafen Weltergewichtschampion Tyron Woodley und sein britischer Herausforderer Darren Till im Hauptkampf von UFC 228. Die beiden lieferten sich einen starken, wenn auch etwas einseitigen Kampf und krönten damit eine Fight Card, die mit einigen hochklassigen Duellen aufwarten konnte. Wir haben die Hauptstorylines von UFC 228 für euch nochmal zusammengefasst.

Tyron Woodley ist besser als sein Ruf

Es ist mehr als vier Jahre her, dass Tyron Woodley den Käfig zuletzt als Verlierer verlassen musste. Damals zeigte der Kanadier Rory MacDonald, inzwischen bei Bellator unter Vertrag, die Grenzen auf. Seitdem stand Woodley sieben Mal ohne Niederlage im Ring, gewann den Weltergewichtstitel gegen Robby Lawler und verteidigte ihn – jetzt – viermal. Nach einem Unentschieden sowie einem Sieg gegen Steven Thompson und einem klaren Sieg gegen Demian Maia versuchte heute England’s own Darren Till sein Glück. Doch „The Gorilla“ merkte recht schnell, dass Woodley zumindest aktuell noch eine Nummer zu groß für ihn ist. Nach einer ersten Runde, in der beide Athleten eher zurückhaltend agierten, beförderte der Titelträger seinen Kontrahenten zu Beginn der zweiten Runde mit krachenden Schlägen auf den Boden, wo er mit schwerem GnP nachsetzte. Zwar überlebte Till den Schlaghagel, musste kurz darauf aber in einem blitzsauberen D’Arce-Choke abklopfen – der erste Submissionsieg für Woodley nach fast neun Jahren! Man kann über Woodley denken was man will, seit seinem Unentschieden gegen Thompson hat er in allen Titelverteidigungen eindeutig dominiert. Macht ihn das zum „besten Weltergewichtskämpfer aller Zeiten“, wie vor allem in us-amerikanischen Medien ja immer mal wieder gerne diskutiert wird, wenn ein Champion ein paar mal seinen Titel verteidigen kann? Eindeutig nein. Aber es zeigt, dass Woodley inzwischen zu einem dominanten Champion gereift ist, der sowohl gegen Standspezialisten (Thompson, Till) als auch Bodenkämpfer (Maia) die richtigen Antworten findet. Man darf gespannt sein, wie sich Colby Covington gegen ihn schlägt.

Zabit Magomedsharipov ist der real gewordene „Ninja-Shit“

Vor fast einem Jahr gab der Russe Zabit Magomedsharipov sein UFC-Debüt. Damals sollte er beim UFC-Auftritt in Rotterdam eigentlich auf Nick Hein treffen, der den Kampf aber verletzt absagen musste. Hein wurde durch Mike Santiago ersetzt, der nach brutalen zwei Runden im Rear-Naked-Choke des Russen abklopfen musste. Auch Magomedsharipovs nächster Gegner, Sheymon Moraes musste sich den Submissionkünsten von „ZaBeast“ geschlagen geben, bevor mit Kyle Bochniak der erste Kämpfer über die volle Distanz mit dem Mann aus Dagestan gehen konnte. Doch auch Bochniak war letztlich chancenlos. Bei all seinen Kämpfern überzeugte Magomedsharipov durch einen extrem unorthodoxen Kampfstil und unterhielt das Publikum mit artistischen Schlag- und Tritttechniken. Auch sein inzwischen vierter Kampf in der UFC endete beeindruckend: gestern Abend gelang es ihm, seinen Kontrahenten Brandon Davis durch eine eher unorthodoxe Submissiontechnik zur Aufgabe zu zwingen: eine Reverse Kneebar bzw. Suloev Stretch. Eine Technik, die man in der UFC vorher genau einmal gesehen hatte. Mit nun vier überzeugenden Siegen in vier UFC-Auftritten und einer Bilanz von 16-1 dürfte Magomedsharipov nun die Top 10 im Federgewicht betreten. Man darf gespannt sein, wie sein weiterer Weg aussehen wird, aber man muss kein Hellseher sein, um zumindest die Richtung vorherzusehen: nach oben.

Abdul Razak Alhassam auf dem Weg nach oben

Vor knapp zwei Jahren machte der Ghanaer Abdul Razak Alhassam das erste Mal in der UFC auf sich aufmerksam. Damals besiegte er in seinem ersten Auftritt im berühmtesten Octagon der Welt Charlie Ward nach gerade einmal 53 Sekunden per KO. Im darauf folgenden Kampf musste Alhassam zwar den ersten Karriererückschlag hinnehmen – gegen Omari Akhmedov verlor er per Split Decision – in seinen nächsten Kämpfen gelangte er aber wieder zurück auf die Erfoglsspur. Nachdem Ringrichter Herb Dean seinen Kampf gegen Sabah Homasi bei ihrem ersten Aufeinandertreffen bei UFC 218 etwas verführt abgebrochen hatte (TKO-Sieg Alhassam in der ersten Runde), kam es bei UFC 220 zum zweiten Aufeinandertreffen der beiden. Diesmal ließ der ehemalige Judoka Alhassam keine Fragen offen und beförderte den US-Amerikaner in unter vier Minuten in der ersten Runde ins Land der Träum, wodurch er seine Bilanz auf 9-1 ausbaute, alle Siege per (T)KO. Gestern Abend versuchte nun Niko Price, seines Zeichens ebenfalls kein Kind von Traurigkeit (acht seiner zwölf Siege kamen durch (T)KO) der Schlagkraft des Ghanaers etwas entgegen zu setzen. Seine Gegenwehr dauerte allerdings nur ganze 43 Sekunden, dann fand er sich nach einer harten Linken gefolgt von einem rechten Haken ans Kinn auf dem Ringboden wieder. Ringrichter Jacob Montalvo tat das einzig Richtige und brach den Kampf ab. Damit konnte Alhassam seine Bilanz nun auf 10-1 mit 10 Siegen per (T)KO ausbauen, was ihm mindestens einen Platz in den Top 15 garantieren sollte.