Alle, die heute Nacht für das erste von DAZN übertragene Bellator-Event wachgeblieben sind, kamen voll auf ihre Kosten. Während von sechs Kämpfen der Main Card fünf vorzeitig endeten, zeigten Rory Macdonald und Gegard Mousasi, wieso sie zu den besten MMAlern der Gegenwart gehören. Wie gewohnt fassen wir die Storylines des gestrigen Abends für euch nochmal zusammen.

DAZN

Während normalerweise die Kämpfer selbst im Mittelpunkt stehen, soll heute ausnahmsweise mal mit dem Steaming-Dienst begonnen werden. Es war das erste Event, das DAZN übertrug und insgesamt kann man sagen, dass die es eine gute Premiere war. Einzig die Zeitverzögerung der Übertragung war ein wenig ärgerlich, da vor Ort anwesende Journalisten teils Dinge twitterten, die über den Stream erst mit einigen Sekunden Verspätung passierten. Insgesamt lief der Stream jedoch stabil und mit einem (verlässlichen !) Anbieter, über den man (zumindest) in Deutschland Bellator und UFC-Events schauen kann, kann man hierzulande ja wirklich zufrieden sein. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Dinge weiter entwickeln, ich persönlich sehe DAZN zumindest für die deutschen MMA-Fans als Gewinn.

Gegard Mousasi on Fire

53 Profikämpfe, 45 Siege, 6 Niederlagen und 2 Unentschieden – das ist die Bilanz des Niederländers Gegard Mousasi nach dem heutigen Abend. Er stand Rory Macdonald im Kampf um den Mittelgewichtsgürtel von Bellator gegenüber und zeigte einmal mehr, warum er – meiner Meinung nach – einer der besten Mittelgewichtskämpfer der MMA-Geschichte ist. „Moose“ dominierte seinen kanadischen Kontrahenten von Beginn an, war der genauere, technisch versiertere Kämpfer im Stand und beendete den Kampf in der zweiten Runde nach einem fehlgeschlagenen Takedown von Macdonald mit heftigem Ground and Pound. Mousasi ist nun seit acht Kämpfen in Folge unbesiegt und gehört mit Sicherheit zu den besten Kämpfern, die man im Mittelgewicht jemals gesehen hat, auch wenn er bei der (insgesamt wohl auch müßigen) Diskussion darüber, wer der besten Kämpfer aller Zeiten ist, meist unterhalb des Fan-Radars fliegt. Laufen die Dinge normal, wird der Niederländer seinen Titel nun entweder gegen Lyoto Machida oder Rafael Lovato Jr. treffen. Macdonald hingegen musste zum wiederholten Mal einige heftige Schläge sowie eine gebrochene Nase einstecken. Man kann nur hoffen, dass der Kanadier keine Langzeitschäden von den zahlreichen Schlachten davontragen wird.

Eine Generation geht, eine neue kommt

Auch wenn ich im Vorfeld des vierten Aufeinandertreffens zwischen Quinton Jackson und Wanderlei Silva durchaus interessiert an diesem Kampf war, lässt sich nicht leugnen, dass die große Zeit der beiden MMA-Veteranen vorbei ist. Beide kamen zwar sprichwörtlich „um zu kämpfen“, schenkten sich nichts und schwangen eine Overhand nach der anderen, vom technischen Standpunkt aus war dies jedoch kein wirklich schön anzusehender Kampf. Beide Athleten beschränkten sich größtenteils aufs Boxen, wo sie dann aber auch einige gute Treffer setzen konnten. Letztlich war es „Rampage“ Jackson, der mit einem rechten Schwinger das Ende des Kampfes einläutete und den Kampf danach per TKO für sich entscheiden konnte. Mit seinem Sieg steht es nun 2-2 zwischen den beiden und man kann davon ausgehen, dass man ein weiteres Rubber Match zwischen „Rampage“ und dem „Axe Murderer“ sehen wird.

Während die große Zeit dieser beiden Legenden vorüber scheint, geht ein anderer Kämpfer seiner weiter entgegen. Aaron Pico zeigte einmal mehr, warum er eines der größten Talente ist, die Bellator unter Vertrag hat. Nachdem er sein MMA-Debüt im Juni letzten Jahres nach nur 24 Sekunden per Guillotine verlor, konnte Pico nun vier Siege in Serie einfahren, alle durch (T)KO, alle in der ersten Runde. Auch gegen Leandro Higo überzeugte Pico durch eine große Variabilität und enorme Schlaghärte. Higo, der bisher wohl größte Test in der noch jungen Karriere Picos, konnte den Angriffen des ehemaligen Ringers gestern nichts entgegensetzen und musste sich nach etwas mehr als drei Minuten per TKO geschlagen geben. Pico ist damit ein ganz heißer Kandidat, einer der dominierenden Kämpfer der nächsten Jahre im Federgewicht zu werden.