Vergangenes Wochenende konnte Daniel Huchler bei WE Love MMA 41 einen Punktsieg gegen Ken Antwi-Adjei einfahren und wurde dabei (mal wieder) lautstark von seinen Fans unterstützt. Grund genug für uns Daniel zum Interview zu laden.

MMAblog: Hallo Daniel, vorab erst einmal danke, dass du dir Zeit für das Interview nimmst. Du konntest am Wochenende bei We Love MMA 41 einen überzeugenden Punktsieg gegen Ken Antwi-Adjei einfahren. Wie zufrieden bist du mit deiner Leistung? 

Daniel: Hi MMAblog-Team, ich freue mich riesig über diesen Sieg, der war besonders wichtig für mich. Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden mit dem Kampf. Am liebsten ist es mir jedoch, wenn ich den Kampf vorzeitig beenden kann. Ken hat es mir super schwer gemacht und deshalb habe ich mehr auf Sicherheit geachtet. Ken ist jemand der einem einen Fehler nicht verzeiht.
Ansonsten lief der Kampf nach Plan, ich konnte meine Stärken im Bodenkampf gegen Ken ausspielen. An meiner Leichtfüßigkeit im Stand arbeite ich als nächstes 😀

MMAblog: Der Sieg gegen Antwi-Adjei ist der zweite dieses Jahr, nachdem du im April bereits Florian Palagia per RNC besiegen konntest. In welchen Bereichen konntest du dich – mit Blick auf das Geschehen im Käfig – in den letzten Monaten am meisten weiterentwickeln? Physisch, mental, Bodenkampf oder Standkampf?

Daniel: Diese Frage ist für mich recht einfach zu beantworten, auch wenn sie für den einen oder anderen absurd klingen mag. Ich habe mich fast nur mental verbessert. Daran habe ich besonders viel gearbeitet.
Ein weiterer Punkt der noch anders war, war die Betreuung meiner Ernährung und meines Weightcut. Ich habe mich diesmal von Tim Dubowy von Optimum Concepts coachen lassen und was soll ich sagen, der Weightcut war der mit Abstand leichteste meiner bisherigen Karriere.

Huchler bei der Urteilsverkündung


MMAblog: Nach deinem Sieg hast du Adrian Zeitner herausgefordert. Das erste Duell hattest du per Submission verloren. Denkst du, dass es zu einem zweiten Aufeinandertreffen zwischen Adrian und dir kommen wird?

Daniel: Ja diese Niederlage wird mir ewig im Gedächtnis bleiben, denn die war besonders lehrreich. Ich habe die ersten beiden Runden gut dominiert und habe einen Fehler gemacht den Adrian sofort genutzt hat. Daraus habe ich extrem viel gelernt, wofür ich erstmal dankbar bin.
Ich komme mit Adrian super aus, ein sehr feiner Kerl, er hat zurecht gewonnen und deshalb wollte ich eigentlich keinen Rückkampf. Als er sich dann aber in beeindruckender Weise den Titel geholt hat, änderte sich das 😊 Ich will den Titel und eigentlich nicht primär den Rückkampf. Auch wenn es jetzt sehr gut passt, dass es gleichzeitig eine Revanche geben würde.
Ich hoffe dieser Kampf kommt zustande, entscheiden tun dies aber andere.

MMAblog: Du bist neben deiner sportlichen Karriere im „richtigen Leben“ als Polizist tätig und leitest ja durchaus erfolgreich gleichzeitig dein eigenes Kampfsportzentrum. Wie bekommst du all diese Aufgaben unter einen Hut?

Daniel: Danke für diese Frage, denn die ist entscheidend 😊 Ich schaffe das Ganze nur mit meinem Team. Vor allem meine Freundin Beatrice Beck, sie leitet mit mir gemeinsam unser Gym „Fight Fever“ in Bruchsal. Sie ist auch Polizistin und wir ergänzen uns super, denn ich alleine wäre viel zu verballert, um ein Gym zu leiten 😀 Bea ist da die perfekte Managerin und nur deshalb klappt das.

Dazu kommen noch meine Teamkollegen, die bei uns Training geben. Dazu gehören Eduard Domke, Dustin Stoltzfus, Wladimir Holodenko, Philipp Machauer und Felix Wagener. Dazu kommen noch viele andere Trainer die uns immer wieder helfen und ausgeholfen haben.
Dann haben wir einen krassen Zusammenhalt innerhalb unseres Teams und wir helfen uns alle gegenseitig. Besonderer Dank geht da auch an Frank Schneider vom Frankers Fight Team in Germersheim, bei dem ich so vieles lernen durfte, bis ich auf eigenen Beinen stehen konnte. Wir haben noch immer regelmäßig Kontakt. Auch mein Manager Gökce Türkoglu kümmert sich super professionell um alles.

Auch meinen Vorgesetzten und Kollegen habe ich sehr viel zu verdanken, die versuchen stets alles möglich zu machen, damit ich mich vorbereiten oder um das Gym kümmern kann.

Was mit Sicherheit auch eine große Rolle spielt, ist unser Mindset. Bea und ich investieren viel in uns und unser Team. Jedes Ergebnis hat eine Ursache und die beginnt meistens im Kopf.
Wir lesen viel, besuchen Seminare, hören Podcasts und holen uns Hilfe von Profis.
Ich habe da meine Schlüssel zum Erfolg gefunden.

MMAblog: Mit Dustin Stoltzfus habt ihr ja bereits einen WLMMA-Champion in euren Reihen, Dustin konnte sich zuletzt den Titel ja in beeindruckender Manier gegen den Routinier Roman Kapranov sichern. Wird neben dem Mittelgewichtstitel bald auch der Weltergewichtsgürtel bei euch im Gym zu finden sein?

Daniel: Dustin ist der Hammer! Bin ein großer Fan 😊 So ist der Plan, zwei Titel bei uns im Gym.

Huchler mit Mittelgewichtschampion Dustin Stoltzfus

MMAblog: Journalisten respektive journalistisch tätige Menschen kategorisieren ja gerne bei ihrer Berichterstattung, das ist bei Sportjournalisten nicht anders. Du wird z.B. häufig in der Kategorie „Ringer“ eingeordnet bzw. deine ringerischen Fähigkeiten werden besonders betont. Wo siehst du persönlich deine Kampfsportwurzeln und was ist deiner Meinung nach deine größte Stärke im Käfig?

Daniel: Ich habe meine Wurzeln definitiv im Luta Livre, durch meine Trainer Dominic Englert und Andyconda. Ringen hat dort auch eine große Bedeutung, denn nur wer ringen kann, kann den Kampf auf den Boden verlagern oder im Stand halten. Wenn ich meine Amateur MMA Kämpfe mit einrechne habe ich bei elf Siegen, acht davon durch Submission gewonnen.
Deshalb würde ich den Bodenkampf auch als meine Stärke bezeichnen. Mein Ringen ist dabei das Mittel um dahin zu kommen. Meine größte Stärke ist, denke ich jedoch, mein Mindset, dass ich mir über die Jahre aufgebaut habe.

MMAblog: Du standest 2017 drei Mal im Käfig, 2018 sind es bisher zwei Auftritte gewesen. Wie sieht deine Zukunftsplanung aus? Werden wir dich dieses Jahr nochmal in Aktion erleben?

Daniel: Ich bin fit, unverletzt und hungrig. Allerdings ist es bei mir schwierig wegen der Terminplanung.
Mein Tipp, falls man up to date sein möchte bieten sich meine Social Media Kanäle an 😉

MMAblog: Das große Ziel der meisten MMAler ist ja, einmal im Leben bei der UFC in den Käfig steigen zu können. Wie siehst du die Sache? Ist die UFC ein mittelfristiges Ziel oder ist MMA reines Hobby für dich?

Daniel: UFC als Kämpfer ist für mich kein primäres Ziel. MMA ist aber auch kein reines Hobby. MMA ist für mich ein Tool um mich selbst zu verwirklichen, Kampfsport ist für mich eine Lebenseinstellung. Mein Ziel ist es vielen Lebensbereichen immer besser zu werden und zu wachsen. Dafür ist MMA perfekt, denn man hört nie auf zu lernen.
Ein weiterer Punkt für den ich brenne ist das Coaching, ich möchte andere Menschen weiterbringen und ihnen helfen ihre Ziele zu erreichen. Meine Vision ist es einen Kämpfer als Coach in die UFC zu bringen.

MMAblog: Eine abschließende Frage: Bei jedem deiner Auftritte bei WE Love MMA bringst du zahlreiche Fans mit, die dich lautstark unterstützen. Wie schaffst du es, so viele Leute für deine Kämpfe zu begeistern?

Daniel: Ich denke das spiegelt sich mit der Persönlichkeit. Wenn mich jemand um Hilfe bittet versuche ich zu helfen wo ich kann. Genauso bitte ich aber auch um Hilfe und nehme diese dankend an. Auch als Trainer, Trainingspartner, Freund oder Kollege gebe ich jeden Tag mein bestes und bin dankbar.
Ich denke das spüren die Leute und freuen sich mit mir, wenn es auf eine Veranstaltung geht.
Es ist jedes Mal der Wahnsinn und mich motiviert das unheimlich so viel Zuspruch in meinem Umfeld zu haben. Dafür wiedermal ein fettes Dankeschön.

MMAblog: Daniel, vielen Dank für das Interview. Wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg in allen Lebensbereichen. Die letzten Worte gehören wie immer dir.

Daniel: Erstmal vielen Dank für das Interview, wurde jetzt doch länger als erwartet 😀 Deshalb möchte ich es jetzt kurzhalten – Ich danke allen die mich täglich unterstützen!
Wer sich für uns interessiert würde ich mich freuen, wenn man uns auf den Social-Media-Kanälen folgt – „Fight Fever“ und „Daniel Huchler mma“ bei mir werden nämlich in Kürze der ein oder andere Knaller veröffentlicht, da bahnt sich was an 😉