UFC 229 versprach einiges und – im Gegensatz zu manch vorherigem UFC-Event – lieferte auch. Neben hochklassigen Kämpfen gab es ein Co-Main Event, das wohl die Runde des Jahres beinhaltete und ein Main Event, das nicht nur aus positiven Gründen noch lange in Erinnerung bleiben wird. Wie gewohnt gibts die wichtigsten Informationen in unserer Zusammenfassung der Storylines.

KOs

Insgesamt standen sich bei UFC 229 24 Kämpfer und Kämpferinnen In zwölf Kämpfen gegenüber. Während nur das Main Event durch Submission endete (dazu später mehr), bot der Abend sieben vorzeitige Siege durch (T)KO, was UFC 229 meiner Meinung nach zu einem der kurzweiligsten Events der jüngeren MMA-Vergangenheit macht. Ob Headkicks (Martin vs. LaFlare und Lentz vs. Maynard), Ellbogen (Holtzman vs. Patrick), Ground and Pound (Luque vs. Turner) oder Last-Minute-Schwinger (Lewis vs. Volkov) – der Abend bot alles, was der geneigte MMA-Connaiseur zu schätzen weiß. Vor allem das Comeback von Lewis, der nach Punkten hoffnungslos zurücklag und vollkommen am Ende schien, bevor er Alexander Volkov 11 Sekunden vor Kampfende per rechtem Hammer ins Reich der Träume schickte, war überragend. Ganz zu schweigen von Lewis‘ Interview mit Joe Rogan, das einmal mehr zeigte, dass „The Black Beast“ einer der witzigsten und sympathischsten Kämpfer der UFC ist .

Blut

Was bitte haben Tony Fergueson und Anthony Pettis im Co-Main Event des Abends denn da in den Käfig gezaubert? Beide Athleten gaben von Beginn an Vollgas und schenkten sich nichts, dafür dem jeweils anderen einiges ein. Vor allem die zweite Runde, in der Pettis seinen Kontrahenten mit einer krachenden Rechten auf die Bretter schickte, ihn aber nicht finishen konnte, bleibt wohl noch lange in Erinnerung. „Showtime“ brach sich dabei die Hand und setzte, selbst von einem tiefen Cut gekennzeichnet, nach. Kurze Zeit später waren beide Kämpfer sprichwörtlich „in Blut gebadet“ und während Pettis versuchte den Kampf vorzeitig zu beenden gelang es „El Cucuy“ sich intelligent zu verteidigen und Pettis seinerseits gegen Rundenende massiv mit Schlägen am Käfig einzudecken. Leider kamen die Zuschauer nicht in den Genuss einer dritten Runde dieses hochklassigen Spektakels, da Duke Roufus seinen Schützling Pettis in der Rundenpause aufgrund der gebrochenen Hand aus dem Kampf nehmen musste. Normalerweise dürfte Fergueson damit der Nächste sein, der sich dem Titelträger im Leichtgewicht stellen darf, wobei abzuwarten bleibt, ob wir in ein paar Tagen überhaupt noch einen Titelträger haben. Was mich zum Hauptkampf des Abends bringt.

Schlägereien

Was wurde im Vorfeld nicht alles über den Hauptkampf zwischen Khabib Nurmagomedov und Conor McGregor gesprochen. Das ewige Duell Striker vs. Grappler wurde beschworen und die Expertenwelt war mit Blick auf den zu erwartenden Ausgang in zwei Lager gespalten. Rein sportlich betrachtet lieferte der Kampf dann ein recht eindeutiges Ergebnis: Khabib Nurmagomedov dominierte, sieht man von ein paar guten Szenen des Iren in der dritten Runde ab, fast nach Belieben und beendete das einseitige Duell in der vierten Runde vorzeitig durch einen Neck Crank. Hätte der Mann aus Dagestan es dabei bewenden lassen, er hätte den Käfig als großer Gewinner des Abends verlassen. Stattdessen sprang Khabib über den Käfig, stürmte auf McGregors Team zu und griff Dillon Danis ein. Die Folge war ein größeres Handgemenge, in dessen Zuge wohl ein Mitglied aus Khabibs Team in den Käfig sprang und McGregor von hinten angriff. Um die Situation zu entspannen und keine Ausschreitungen des anwesenden Publikums zu riskieren, verzichtete Dana White dann auch auf eine offizielle Siegerehrung und schickte beide Athleten, eskortiert durch eine Vielzahl an Bodyguards, in die Katakomben. Ein letztlich unwürdiges Ende für einen rein sportlich gesehen großen Kampf. Gleichzeitig hat  sich Nurmagomedov damit eventuell alles, was er sich in den Minuten zuvor aufgebaut hat, mit einer Aktion wieder eingerissen. Natürlich hat McGregor ein solches Verhalten durch seine Äußerungen im Vorfeld des Kampfes provoziert, das entschuldigt Khabibs Vorgehen aber nicht. Einen großen Champion macht eben mehr aus als Trash Talk und ein goldener Gürtel um die Hüfte. Es bleibt abzuwarten, welche Strafe die UFC nach den Vorkommnissen verhängen wird. Dass es eine geben wird steht wohl außer Frage.

Während Nurmagomedov zumindest rein sportlich überzeugen konnte, steht die Zukunft von McGregor in den Sternen. Nach der zweiten Niederlage in den letzten drei Kämpfen ist fraglich, ob der Ire den Status, den er bisher in der UFC hatte, beibehalten kann. Die Zeit wird zeigen, ob wir „The Notorious“ überhaupt nochmal im Octagon sehen werden oder ob seine Karriere heute Nacht zu Ende ging.