Vor gut 3 Stunden ging UFC Moncton mit dem Hauptkampf zwischen Anthony Smith und Volkan Oezdemir zu Ende. Doch dem Auftritt der beiden Halbschwergewichte werden wir uns in einem späteren Artikel widmen, vielmehr wollen wir die Kämpfe von Jessin Ayari und Nasrat Haqparast unter die Lupe nehmen, die beide überzeugende Auftritte ablieferten. Trotzdem konnte am Ende nur einer der beiden jubeln.

Jessin Ayari hatte gestern Abend die Ehre, die Fight Card von UFC Moncton gegen den starken Schotten Stevie Ray zu eröffnen. Zu Beginn der ersten Runde setzte Ray auf Kicks, während Ayari überwiegend die Fäuste sprechen ließ und diese auch mit großer Regelmäßigkeit ins Ziel brachte. Auch während der beiden kommenden Runde war es vor allem Ayari, der dem Kampf mit seinen Schlagkombinationen den Stempel aufdrücken konnte, während Ray insgesamt nur wenige Wirkungstreffer ins Ziel bringen konnte. Da es jedoch keinem der beiden gelang den jeweiligen Gegenüber vorzeitig aus dem Kampf zu nehmen, mussten nach 15 Minuten die Kampfrichter entscheiden. Während wahrscheinlich so ziemlich alle Anwesenden und die versammelte Journaille mit einem klaren Punktsieg des Nürnberger rechneten, wurde der Spruch „Never leave it in the hands of the judges“ einmal mehr bestätigt. Aus absolut nicht nachvollziehbaren Gründen werteten alle Punktrichter den Kampf für Ray, einer sogar mit mehr als lächerlichen 30-27. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass Ayari diesen Kampf eigentlich eindeutig gewonnen hat, das Octagon jedoch als Verlierer verlassen musste. Es bleibt abzuwarten, wie die Karriere des 26jährigen nach der zweiten Niederlage in Folge jetzt weitergeht. Man kann jedoch hoffen, dass die UFC ihn nach so einer krassen Fehlentscheidung nicht entlassen wird.

Besser lief es für Nasrat Haqparast. Der Hamburger Haqparast, der erneut Erfolgscoach Zahabi vom renommierten TriStar-Gym in seiner Ecke hatte, dominierte seinen französischen Kontrahenten Thibault Gouti während des gesamten Kampfes. Er brachte Runde für Runde krachende Treffer ins Ziel und beförderte den Mann aus Toulouse in der dritten Runde auf die Bretter und an den Rand eines KOs. Gouti konnte sich jedoch erholen und beendete den Kampf, so dass auch diese Entscheidung an die Punktrichter ging. Diese werteten den Kampf standesgemäß einstimmig für Haqparast, der sich anscheinend in der ersten Runde des Kampfes die Hand gebrochen hatte. Ohne vermessen zu klingen darf man mit Fug und Recht behaupten, dass ohne diese Verletzung der Kampf wohl nicht über die volle Distanz gegangen wäre, zu dominant war die Vorstellung des 23jährigen. Während Haqparast trotz seiner jungen Jahre auf eine hervorragende Zukunft in der UFC blicken kann, dürfte sich das Thema UFC für Gouti vorerst erledigt haben. Die Niederlage gegen den Hamburger war die fünfte im sechsten UFC-Kampf für den Franzosen.

Insgesamt kann gesagt werden, dass beide Athleten aus Deutschland sich an diesem Abend sehr stark präsentiert haben. Denkt man dann weiter an die Leistungen von Abus Magomedov in der PFL kann man voller Hoffnung in die Zukunft schauen.