„Ich hätte den Kampf gegen Hermansson nicht angenommen, hätte die UFC mir im Falle eines Sieges nicht einen Titelkampf versprochen.“ So äußerte sich der Brasilianer „Jacare“ Souza vor seinem Hauptkampf bei UFC Fort Lauderdale gegen den Schweden Jack Hermansson. Nach einigem Hin und Her nahm Jacare, dessen ursprünglicher Gegner Yoel Romero mit einer Lungenentzündung ausgefallen war, den Kampf gegen den Mann aus Uddevalla an – und dürfte es inzwischen bereuen.

Hermansson, aktuell die Nummer 10 im Mittelgewicht, stieg nach seinem Submissionsieg über David Branch am 30. März mit einigem Selbstvertrauen in den Käfig, was Souza auch sofort zu spüren bekam. Während der Schwede die erste Runde mit einem engen Submissionversuch und seinem starken Jab dominierte, landete er früh in der zweiten Runden einen Takedown und konnte Souza fast die gesamte Distanz am Boden kontrollieren, wo er Treffer um Treffer setzte und die Runde klar für sich entscheiden konnte. Zwar konnte Souza die dritte Runde durch starke Körpertreffer für sich entscheiden, doch musste er sich in der vierten und fünften Runde dem hohen Schlagvolumen des Schweden geschlagen geben. Vor allem der hochfrequente Einsatz des Jab war es schließlich, der Souzas Offensivbestreben buchstäblich den Stecker zog und Hermansson den wohl größten Sieg seiner bisherigen Karriere einbrachte. Dies verdeutlicht auch ein Blick auf die Statistik: Während Souza 205 Schläge abfeuerte, von denen 120 ihr Ziel fanden, waren es auf Seiten des Schweden 496 Versuche, von denen 256 trafen.

Während Souzas Traum von einem Titelkampf nach dieser Niederlage wohl erstmal in weite Ferne gerückt ist, dürfte Hermansson einen großen Schritt in Richtung Top 5 im Mittelgewicht gemacht haben.

Teixeira mit Lebenszeichen, Arlovski verliert erneut

Nicht wenige hatten im Vorfeld darüber spekuliert, ob die besten Tage von Glover Teixeira inzwischen vorrüber seien. Zwar konnte sich der Brasilianer zuletzt im Januar gegen Karl Roberson durchsetzen, doch wartete mit dem aufstrebenden Moldauer Ion Cutelaba eine weitaus größere Herausforderung auf den fast 40jährigen Mann aus Sobrália. Trotz einiger Schwierigkeiten in der ersten Runde, in der Cutelaba einige harte Treffer ins Ziel bringen konnte, gelang es Teixeira in der zweiten Runden den Kampf auf den Boden zu verlagern, sein überragendes Ground Game auszuspielen und den Moldauer per RNC zu besiegen.

Während Teixeira die Grenze zur 40 diesen Oktober überschreiten wird, hat Andrei Arlovski dies bereits hinter sich. Der Mann, der für das American Top Team in den Käfig steigt, lieferte sich ein enges Duell mit Augusto Sakai. Auch wenn ein Großteil der Anwesenden den Kampf anschließend für Arlovski gewertet hatten, entschieden sich die Punktrichter für Sakai und erklärten den Brasilianer zum Sieger per Split Decision. Damit verschlechtert sich Arlovskis Bilanz seiner letzten elf Kämpfe auf 2 – 8 – 1.

Perry und Sandhagen gewinnen

Hochinteressante Duelle lieferten sich auch Mike Perry und Cory Sandhagen. Während „Platinum“ Mike Perry sich in einem engen Duell gegen den „Cowboy“ Alex Oliveira durchsetzen konnte, gelang es Sandhagen einen Sieg per Split Decision gegen den schlagstarken John Lineker nach Hause zu bringen. Vor allem der Sieg Sandhagens kam dabei für viele überraschend, wurde Lineker doch von vielen als der Favorit in diesem Kampf angesehen.

Einen dringend benötigten Sieg konnte auch Angela „Overkill“ Hill einfahren. Die 32jährige, die zuletzt gegen Cortney Casey und Randa Markos den kürzeren gezogen hatte, setzte sich klar gegen Jodie Esquiebel durch.

Die erste Niederlage ihrer Karriere musste hingegen die Brasilianerin Virna Jandiroba hinnehmen. Die Invicta FC-Titelträgerin zeigte einen sehr ansprechenden, judolastigen Kampf gegen die ehemalige UFC-Titelträgerin Carla Esparza, den diese jedoch klar nach Punkten für sich gewinnen konnte. Nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge wieder ein Lebenszeichen von Esparza, die im Dezember 2014 die erste Titelträgerin im Strohgewicht der UFC war.