UFC Rochester ist vorbei und konnte mit 13 größtenteils spannenden und actiongeladenen Kämpfen aufwarten. Nur vier der 13 Duelle gingen über die Zeit und von „Showtime Kicks“ über eingsprungene Kniestöße bis hin zu Submissions war sowohl für Standkampf- als auch Bodenkampfliebhaber einiges dabei.

Sieger

  • Auch wenn es sein erster Kampf im Octagon der UFC war, so ist zumindest für mich Michel Pereira der größte Gewinner des Abends. In seinem Debüt gegen Danny Roberts zeigte Pereira einige Elemente aus der Trickkiste, versuchte mehrere „Showtime-Kicks“ und schickte seinen britischen Kontrahenten in unter zwei Minuten mit einem brutalen eingesprungenen Knie auf die Bretter. Auch wenn Pereira mit dieser Art des Kämpfens wohl nicht immer erfolgreich sein wird, scheint Pereira ein absoluter „Must See“-Kämpfer im Stile eines Zabit Magomedsharipov zu sein.
  • Das Jahr 2018 war für den ehemaligen Leichtgewichtschampion Rafael dos Anjos alles andere als erfolgreich. Sowohl gegen Colby Covington als auch gegen Kamaru Usman zog der Brasilianer zwei Mal den Kürzeren. Dass „RDA“ aber weiterhin zur Elite seiner Gewichtsklasse gehört, konnte er gestrigen Duell mit Kevin Lee zeigen. RDA dominierte nicht nur das Stand Up, sondern konnte auch auf der Matte gegen Lee punkten und ihn letztlich per Head-Arm-Triangle submitten.. Etwas, was ihm gegen die starken Ringer Colvington und Usman nicht gelang und letztlich zur Niederlage führte. Mit dem Sieg über Lee bleibt RDA jedenfalls ein Thema mit Blick auf einen möglichen Titelkampf.
  • Fünf Mal stand Vicente Luque nach seiner Niederlage gegen Leon Edwards vor zwei Jahren seither im Octagon. Alle fünf Kämpfe könnte der Brasilianer vorzeitg für sich entscheiden. Auch wenn es im gestrigen Duell mit Derrick Krantz, der kurzfristig als Ersatz für Neil Magny eingesprungen war, anfangs recht ausgeglichen aussah, übernahm Luque recht schnell die Kontrolle und konnte den Kampf nach etwa vier Minuten per TKO für sich entscheiden. Für Luque, aktuell die Nummer 15 im Weltergewicht, dürfte nun ein Gegner aus den Top 10 auf dem Plan stehen.

Verlierer

  • Vor noch nicht einmal zwei Jahren war Kevin Lee auf dem Sprung zur Champion. Er hatte Michael Chiesa per Rear-naked-Choke besiegt und seine UFC-Bilanz damit auf 9-2 ausgebaut. Was folgte, war eine Niederlage gegen Tony Ferguson im Kampf um den Interimstitel im Leichtgewicht, ein Sieg gegen Edson Barboza und Niederlagen gegen Al Iaquinta und gestern gegen Rafael dos Anjos. Auch wenn Lee damit nicht „weg vom Fenster“ ist, muss er doch einiges verändern, um weiterhin zur Elite des Leichtgewichts zu gehören. Drei Niederlagen in vier Kämpfen zeigen, dass ein „weiter so“ hier nicht zielführend wäre.
  • Fünf Kämpfe in Folge konnte Antonio Carlos Junior für sich entscheiden, vier davon vorzeitig. Gestern zog er im Duell mit Ian Heinisch, der bisher nur eine Niederlage in seiner Karriere einstecken musste, jedoch den Kürzeren. Vor allem in der letzten und entscheidenden Runde schien „Shoe face“ seinem Kontrahenten in Sachen Cardio nichts mehr entgegensetzen zu können. Letztlich sahen alle drei Punktrichter den US-Amerikaner vorne und beendeten damit die eindrucksvolle Siegesserie des Brasilianers.
  • Patrick Cummins hat sicherlich einen der beeindruckendsten Schnurrbärte der UFC, doch langsam dürfte es eng für „Durkin“ werden. Nach zwei Niederlagen gegen Corey Anderson und Misha Cirkunov zog er auch gestern gegen Ed Herman den Kürzeren. Herman, der seit Januar 2016 keinen Kampf mehr in der UFC gewinnen konnte und zuletzt drei Niederlagen in Folge hinnehmen musste, erwischte Cummins mit einem Knie an der Schädeldecke und schickte ihn damit auf die Bretter. Während Herman seine Niederlagenserie damit stoppen konnte, dürfte die Luft für Cummins mit der dritten Niederlage hintereinander langsam dünn werden.